Das Wiki leaked


Das Blöde an Theorien oder, wie in meinem Fall, wirren Gedanken ist doch, dass wir nicht wirklich eine Möglichkeit haben einen Beweis zu erbringen. Sei es die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens oder meine Vorstellung einer vollständig transparenten oder ehrlichen Regierung.

Ich kenne die Beweggründe von Julian Assange nicht, habe aber schon ein paar hitzige Diskussionen mit meinen Kollegen hinter mir. Ich finde nicht grundsätzlich gut, was Julian Assange da treibt. Es gibt gewiss Informationen, die nicht zu jeder Zeit veröffentlicht werden sollten. Es gibt einfach Menschen, die nicht mit dem gleichen Uhrwerk laufen wie wir. Die solche Informationen evtl. falsch verstehen könnten und eine weitreichende Entscheidung treffen.

Dennoch finde ich den Gedanken einer völlig transparenten Regierung charmant. Ich sehe schon ein, dass unsere Umgebung, unsere Nachbarn nicht bereit wären für eine solche Transparenz oder Ehrlichkeit. Aber wenn dem so wäre, wäre völlige Transparenz gut? und was für Gründe gibt es Informationen vor zu enthalten?

In der 8ten oder 9ten Klasse habe ich mal ein Referat über Utopia von Thomas Morus gehalten (und das zu Zeiten ganz ohne Internet...). Mit diesem Eintrag beginne ich mal meine Vorstellungen und Visionen eine idealen Gesellschaft nieder zu schreiben.

Achja und das dumme Wortspiel... Das musste einfach sein :)


_ Kategorie: Denken   
_ Serie: Utopia entdecken   
_ Lexikon: Götz Werner, utopia
_ Götz Werner ist der Gründer der Drogeriekette DM. Er hat neben einigen Anderen seine Vorstellung zu einer Realisierung des bedingungslosen Grundeinkommens aufgeschrieben.

Kommentare

2. Dezember 2010 - 9:30
von ben_

Das ist eine schöne Idee. Ein Utopia 2.0 zu schreiben. Nicht als Monogrpahie, sondern als Blogserie. Ich glaub da mache ich mal mit. Denn immerhin hab ich politische Philosophie studiert und derlei "wirre Gedanken" sind mir auch heute noch eine Freude.

Ich steige mal mit einem der – meiner bescheidenen Meinung nach – Dreh- und Angelpunkt der demokratischen Staatsphilosphie ein: Nach Norberto Bobbio sind der Demokratie 6 Versprechen eigen.

1. Alle Macht geht vom Volkeaus. Sondermachtgruppen (z.B. der Adel) sollen entmachtet werden.
2. In der repräsentativen Demokratie hat jeder Vertreter ein freies Mandat. Jeder wählt denjenigen, von dem er glaubt, er würde den Staat am besten leiten.
3. Es gibt keine politischen Eliten. Politiker sollte kein Beruf sein. Jeder kann Politiker werden.
4. Demokratie bedeutet auch eine demokratische Gesellschaft zu haben. Demokratische Strukturen sollen sich auch durch andere Lebensbereiche außerhalb der Politik ziehen.
5. Unsichtbare Macht soll entmachtet werden. Es sollen nur die wirklich verantwortlichen Instanzen entscheiden. Politiker sollen öffentlich handeln.
6. Der Bürger wird durch Demokratie zum Demokraten erzogen.

Ich fand diese Versprechen immer besonders anschaulich und wahr, wenn es darum geht, was wir meinen, wenn wir vom guten Kern der Demokratie sprechen, und nicht nur freie, gleich und geheime Wahlen und den Rechtsstaat meinen. Und von diesen 6 Punkten scheinen mir die Punkt 1 und 5 in besonderer Weise von größtmögliche Transparenz zu profiteiren. Aber auch 4 würde durch eine sich selbst zur Transparenz verpflichtende Politik gefördert werden.

2. Dezember 2010 - 11:11
von wolfgang

Mensch ben_ da gibst du meiner Serie ja erst die richtige Würze :)

"Politische Philosophie" klingt spannend. Würdest Du Dich denn auch als Philosophen betiteln? Wäre doch toll, wenn ich dann zukünftig von "dem Philosophen ben_" reden könnte...

2. Dezember 2010 - 11:21
von Der Philosoph Ben

Aber selbst-ver-ständlich. Ich bitte ausdrücklich darum und würde mich sehr freuen, zu wissen, in Gesprächen so bezeichnet zu werden. Ich hab immerhin einen Magister in Philosophie, auch wenn es nur eines von zwei Nebefächer war.

Ich vergesse das zwischendurch auch immer mal wieder. Und wenn es mir dann wieder bewußt wird, so wie jetzt gerade, dann bin ich doch ziemlich ein bischen Stolz. Ich habe studiert und einen Abschluß in dem, was ganz allgemein als die Definition der Nutzlosigkeit herhält, wenn es um Studienfächer geht. Und doch bin ich eine begeherte Arbeitskraft. Und es ist mir eine tiefe innere Genugtung und Befriedigun, zu wissen, dass ich das nicht zuletzt dem Philosophiestudium verdanke.

2. Dezember 2010 - 11:38
von wolfgang

Dann mach ich mal einen auf Schüler und stelle in meiner nächsten Episode ein paar Fragen, auf die du bestimmt passende Antworten findest... Ick freu mir, würde man in deiner neuen Heimat sagen ;)

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